Was isst man rund um die Welt? | Seite 17 von 70
Sütlaç: türkischer Milchreis
Sütlaç ist ein türkischer Milchreis aus ganzen Reiskörnern, Milch und Zucker - das verbreitetste Milchdessert des Landes. Der Name ist aus sütlü aş zusammengezogen, also Milchgericht, und gelangte mit den Osmanen in einen großen Teil des Balkans. Die bekannteste Form, Fırın sütlaç, wird in Tonschälchen im Ofen fertig gebacken, bis die Oberfläche eine dunkle Kruste bekommt; serviert wird sie gekühlt, mit Zimt oder Haselnüssen.
Simit: traditionelles türkisches Gebäck
Der Simit ist ein traditionelles türkisches Gebäck in Ringform, das mit Sesam bestreut ist. Seine Geschichte reicht bis ins Osmanische Reich zurück. Der Straßenverkauf ist zu einem festen Bestandteil der türkischen Kultur geworden. Traditionell kommt der Simit zu türkischem Tee oder Ayran auf den Tisch, dazu oft Käse, Oliven oder Tomaten. Der Simit gehört zu den unverkennbarsten Symbolen der türkischen Küche.
Mevlana pidesi: Pide mit Fleisch und Käse aus Konya
Das Mevlana pidesi trägt als seltene Ausnahme unter den türkischen Pide-Sorten den Namen eines Menschen - des Dichters Rumi, genannt Mevlâna. Dabei ist der lange Fladen aus Konya mit vorab angebratenem Hackfleisch und Tulum-Käse amtlich unter einem ganz anderen Namen geschützt: Konya Karışık Börek. Vom verwandten Etli ekmek unterscheidet ihn auch ein Neuling auf den ersten Blick - am Käse und am niedrigen Rand.
Yağ somunu: mit Käse gefülltes Brot aus Konya
Yağ somunu ist eine Spezialität aus Konya in der Türkei: ein gesäuertes Brot, das die Bäcker nach dem ersten Backen waagerecht aufschneiden, meist mit dem örtlichen Schimmelkäse Konya küflü füllen, mit Butter bestreichen und zurück in den Ofen schieben. Gegessen wird es heiß, vor allem zum Frühstück im Winter. Seit 2022 ist es durch eine geografische Angabe geschützt; anderswo in der Türkei bekommt man es nur selten zu sehen.
Fırında kuru fasulye: türkische weiße Bohnen, im Ofen fertig gegart
Das Fırında kuru fasulye besteht aus weißen Bohnen, die mit Zwiebeln, Butter und Tomatenmark geschmort und im Ofen fertig gegart werden; in der Türkei kommt es meist mit Reispilaw auf den Tisch. Es gehört zu den beliebtesten Gerichten des Landes: In einfachen Lokalen bildet es mit eingelegtem Gemüse und Ayran ein Gedeck, das man Nationalmenü nennt. Die Zeit im Ofen verleiht den Bohnen eine sämige, stärkehaltige Soße.
Testi kebabı: langsam gegartes Fleisch im Tongefäß
Der Testi kebabı ist eine regionale Spezialität der Töpferstadt Avanos. Fleisch (Lamm, Rind oder Hähnchen), Gemüse und Gewürze garen langsam in einem verschlossenen Tongefäß. Das Gefäß wird beim Servieren dann direkt am Tisch symbolisch zerschlagen. Heute ist der Testi kebabı in der ganzen Türkei beliebt, in Avanos hat er sich aber seinen ursprünglichen Charakter bewahrt.
Zerde: türkisches Festtagsdessert aus Safranreis
Zerde ist ein türkisches Festtagsdessert aus süßem Reis, in Wasser mit Zucker und Safran gekocht - ohne Milch, und genau darin unterscheidet es sich vom Sütlaç. Die goldgelbe, halbflüssige Schale gehört zu Hochzeiten, Beschneidungen und den ersten Tagen des Muharram. Der Name stammt vom persischen zard, gelb; Verwandte reichen vom iranischen Sholeh zard bis zur körnigen Zarda in Pakistan.
Lokum: die türkische Gelee-Süßigkeit
Das Lokum ist eine türkische Gelee-Süßigkeit. Es sind kleine, elastische Würfel, gewälzt in feinem Zucker oder in Stärke. Die moderne Rezeptur entstand Ende des 18. Jahrhunderts in Istanbul, als die Zuckerbäcker anfingen, raffinierten Zucker und Maisstärke zu verwenden. Dadurch bekam die Süßigkeit ihre typische samtige Konsistenz. Die Luxusvarianten stecken voller gerösteter Pistazien und Nüsse.
Tulumba: frittierter Brandteig in Zuckersirup
Die Tulumba ist ein süßes Dessert aus frittiertem Brandteig, der in kalten Zuckersirup getaucht wird. Optisch erinnert sie an kleine goldene Röllchen mit Rillen, ähnlich wie spanische Churros. Die Süßigkeit stammt aus dem Osmanischen Reich und ist heute in der Türkei, auf dem Balkan und im Nahen Osten beliebt.
Katmer: türkisches Dessert aus Pistazien und Kaymak
Der Katmer ist ein traditionelles türkisches Dessert aus dünnem Teig, Pistazien und dicker Kaymak-Sahne. Anders als die Baklava wird diese süße Köstlichkeit immer frisch zubereitet. Auf den Tisch kommt er sofort nach dem Backen, in kleinere Stücke geschnitten. Gegen die intensive Süße gibt es oft ein Glas kalte Milch oder starken Tee dazu.