Was isst man rund um die Welt? | Seite 19 von 70
Cacık: traditioneller türkischer Joghurt-Gurken-Salat
Cacık ist ein traditioneller türkischer Salat aus dickem Joghurt, frischen Gurken, Knoblauch, Olivenöl und Kräutern. Serviert wird er als Vorspeise, als Beilage zu Fleischgerichten oder als leichte kalte Suppe. Von der Zusammensetzung her ähnelt Cacık stark dem griechischen Tzatziki, das dieselben Grundzutaten enthält. Griechisches Tzatziki ist allerdings deutlich dicker.
Tirit: türkisches Schichtgericht mit Brot und Fleisch
Tirit ist ein traditionelles anatolisches Gericht aus Schichten von altbackenem Brot, kräftiger Brühe, Joghurt und langsam geschmortem Fleisch. Sein Ursprung liegt im Bestreben, nichts zu verschwenden und hart gewordenes Brot zu verwerten. Als Heimat dieser Spezialität gilt das türkische Konya.
Cağ Kebabı: türkischer Lamm-Kebab
Cağ Kebabı ist eine traditionelle türkische Spezialität aus mariniertem Lammfleisch. Zubereitet wird das Gericht auf einem waagerechten Spieß über Holzkohle - das Fett tropft dadurch nicht ab, sondern zieht immer wieder ins Fleisch ein. So bekommt es ein unverwechselbares Raucharoma und bleibt innen außergewöhnlich saftig. Der Koch schneidet die gebräunten Scheiben direkt auf kleine Metallspieße, die Cağ genannt werden - und auf denen das Gericht auch serviert wird.
Sucuk: traditionelle fermentierte Rindfleischwurst
Sucuk ist eine trockene, fermentierte und kräftig gewürzte Wurst, typisch für die türkische Küche. Sie ist dunkelrot und erinnert an eine harte Salami. Die Basis bildet Rinderhackfleisch mit hohem Fettanteil, den besonderen Geschmack geben reichlich Knoblauch, Kreuzkümmel und scharfe Paprika.
Konya küflü: ein Schafskäse, der grün reift
Konya küflü peyniri ist ein krümeliger Schimmelkäse aus Schafsmilch, den man im anatolischen Konya schlicht grünen Käse nennt. Traditionell wird er nicht mit Schimmel geimpft - der siedelt sich beim Reifen in kühlen Kellern von selbst an und durchzieht in wenigen Monaten den ganzen Käse. Auf den Märkten gibt es ihn am Stück und zerbröselt, und er gehört aufs türkische Frühstück genauso wie in überbackenes Gebäck.
Erzurum göğermiş: schimmelgereifter Fadenkäse aus der Osttürkei
Erzurum göğermiş ist ein Schimmelkäse aus der Osttürkei. Er entsteht aus dem mageren Fadenkäse Civil: Die zerzupften Fäden werden gesalzen, in verschlossene Gefäße gestopft und reifen kühl gelagert mindestens zwei Monate, bis zwischen ihnen ganz von selbst ein blaugrüner Schimmel wächst. Der Name bedeutet "blau geworden"; denselben Brauch kennt auch das benachbarte Kars, eine geschützte Bezeichnung hat aber nur die Variante aus Erzurum.
Kelle paça: türkische Suppe aus Kopf und Füßen
Kelle paça çorbası ist eine traditionelle türkische Suppe, die aus Rinderkopf und Rinderfüßen stundenlang ausgekocht wird. Sie hat eine milchig trübe Farbe und einen sehr kräftigen Fleischgeschmack. Der hohe Kollagenanteil gibt ihr die typisch klebrige Konsistenz. In der Türkei ist sie keine leichte Vorspeise, sondern ein deftiges Frühstück oder eine Kur gegen den Kater.
İşkembe çorbası: türkische weiße Kuttelsuppe
İşkembe çorbası ist eine weiße türkische Kuttelsuppe, gebunden mit Eigelb, Mehl und Zitrone. In Essig zerdrückten Knoblauch gibt jeder Gast erst am Tisch selbst dazu. Verwandte Kuttelsuppen mit aus dem Türkischen entlehnten Namen kocht man auch in Bulgarien, Griechenland oder Rumänien. In der Türkei gilt sie als das sicherste Mittel gegen den Kater, und die berühmtesten Kuttelsuppenlokale schließen überhaupt nie.
Açma: traditionelles türkisches süßes Gebäck
Açma ist ein traditionelles, leicht süßes türkisches Gebäck. Du bekommst sie im ganzen Land in Bäckereien, Konditoreien und an Straßenständen. Die klassische Variante kommt ohne Füllung, es gibt sie aber auch mit Kaşar-Käse, Oliven oder Pizzamischung. Açma gehört zu den Symbolen des traditionellen türkischen Frühstücks.
Acıbadem: türkischer Mandelkeks ohne Mehl
Acıbadem ist ein türkischer Keks aus gemahlenen Mandeln, Zucker und Eiweiß - gebacken wird er ohne Mehl, und du erkennst ihn an der dicht gerissenen Oberfläche mit einer ganzen Mandel in der Mitte. Der Name bedeutet Bittermandel, obwohl im Teig nur ein paar Bittermandeln zum Abschmecken stecken. In türkischen Konditoreien gehört er zum gängigen trockenen Gebäck und kommt ausgekühlt zu Tee oder Kaffee auf den Tisch.