Was isst man rund um die Welt? | Seite 34 von 70
Poznańskie Muzeum Pyry: das Posener Kartoffelmuseum
Das Poznańskie Muzeum Pyry widmet sich ganz der Kartoffel, einer der wichtigsten und am weitesten verbreiteten Nutzpflanzen der Welt. Das Museum bietet einen spannenden Blick auf die Geschichte der Kartoffel, ihre Herkunft in Südamerika, ihren Weg nach Europa und ihre allmähliche Verbreitung über die ganze Welt. Die Führung ist auf Polnisch.
Polnisches Bier
Polnisches Bier ist tief in der Kultur des Landes verwurzelt. Die beliebtesten Stile sind Lagerbiere, Weizenbiere und dunkle Biere. Den Markt beherrschen drei große Gruppen: Kompania Piwowarska, Grupa Żywiec und Carlsberg Polska. Daneben gibt es in Polen etliche kleinere Craft-Brauereien, die einzigartige Biere von hoher Qualität brauen. Zu den Bierstilen mit polnischem Ursprung gehören der Baltic Porter und das Grodziskie. Polnische Craft-Biere solltest du auf jeden Fall probieren - sie können auch erfahrene Bierkenner überraschen.
Porter bałtycki: kräftiges dunkles Bier von der Ostsee
Ein kräftiges dunkles Bier, das rund um die ganze Ostsee gebraut und heute vor allem in Polen gefeiert wird. Der untergärige Nachfahre des Londoner Porters schmeckt nach Trockenobst, Kakao und Karamell, reift durch lange kalte Lagerung und hat meist 8 bis 9,5 Prozent Alkohol. Die Polen haben ihm sogar einen eigenen Feiertag gewidmet, der auf den dritten Samstag im Januar fällt.
Grodziskie: rauchiges Weizenbier aus Großpolen
Grodziskie ist ein leichtes Weizenbier aus Grodzisk Wielkopolski in Polen, das seinen markanten Geschmack von über Eichenholz geräuchertem Malz bekommt. Wegen seiner kräftigen Perlage nannte man es polnischen Champagner, und das Grodzisk der Zwischenkriegszeit exportierte es in Dutzende Länder. In den Neunzigerjahren wurde die Produktion eingestellt, doch polnische Hobbybrauer haben den Stil wiederbelebt, und seit 2015 wird das Bier auch in seiner Heimatstadt wieder gebraut.
Grzane piwo: polnisches Glühbier
Grzane piwo ist erhitztes Bier mit Gewürzen, das die Polen im Winter in Kneipen und Bars trinken. Die Barversion: helles Lagerbier, Nelken, Zimt und ein süßer Sirup - Ingwer oder Himbeere. Über Jahrhunderte kannten die Polen heißes Bier allerdings vor allem als Frühstückssuppe; die heutige Form im Becher ist viel jünger, und im Handel gibt es auch fertige Flaschen, die man nur noch erwärmen muss.
Paella: ein Wegweiser durch die spanischen Reisgerichte
Jamie Oliver gab Chorizo hinein, und Spanien hat es ihm bis heute nicht verziehen. Die Paella ist das berühmteste der spanischen Reisgerichte - und streng genommen ist sie nicht einmal spanisch, sondern valencianisch. Der Überblick über die Familie der Arroces erklärt, warum das Gericht nach der Pfanne heißt, was Socarrat ist und warum du den besten Reis mittags bekommst.
Tortilla de patatas: das spanische Kartoffelomelett mit und ohne Zwiebel
Die Tortilla de patatas ist ein spanisches Omelett aus Kartoffeln, die in Olivenöl gegart und mit Ei übergossen werden, in der Pfanne von beiden Seiten gebacken. Ein Nationalgericht ohne Wenn und Aber: Man isst sie zum Frühstück, als Tapa an der Bar und kalt im Baguette am Strand, und das ganze Land streitet darüber, ob Zwiebel hineingehört und wie flüssig sie innen sein soll. Den Ursprung beansprucht ein Städtchen, das ihr ein fünf Meter hohes Denkmal gesetzt hat - die Historiker sind sich da weniger sicher.
Spanisches Frühstück: Tostada, Churros und Bier um zehn Uhr morgens
Das spanische Frühstück ist die kleinste Mahlzeit des Tages: geröstetes Brot mit Olivenöl, Tomate oder Schinken, Kaffee mit Milch und Orangensaft; auf der süßen Seite stehen Churros mit dicker Schokolade und Gebäck vom Bäcker. Ein Überblick darüber, was man in Spanien frühstückt: Tostada, Tortilla, Bocadillo und Bikini, wo die Tomate übers Brot gerieben und wo sie geraspelt aufgestrichen wird, warum zum zweiten Frühstück ein Bier gehört und wann die Spanier frühstücken.
Sangría: spanischer Wein mit eingelegten Früchten
Sangría ist spanischer Rotwein, in dem ein paar Stunden lang Orangen- und Zitronenstücke mit Zucker und Zimt mazerieren und der eisgekühlt im Krug auf den Tisch kommt. Die Welt hält sie für das spanischste aller Getränke, dabei ist der Name wohl aus dem Englischen ins Spanische gewandert, und die Spanier trinken sie eher zu Hause und zum Feiern als in der Bar. Woher sie stammt, wie sie sich vom Tinto de verano unterscheidet und woran du die hausgemachte erkennst.
Tinto de verano: spanischer Sommerwein mit Limonade
Tinto de verano ist das Sommergetränk, das die Spanier öfter trinken als Sangría und von dem der Rest der Welt kaum etwas weiß: billiger Rotwein und Zitronenlimonade oder süße Brause eins zu eins, viel Eis, eine Zitronenscheibe. Die Legende von der Entstehung in Córdoba hat einen Wirt und sogar einen Film, nur keinen Beleg. Was "con limón" und "con blanca" bedeuten und warum guter Wein darin nichts zu suchen hat.