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Tipps für Essen auf Reisen | Seite 46 von 62

Israel

Rugelach: Schokoladenhörnchen der aschkenasischen Küche

Rugelach sind ein kleines Hefegebäck aschkenasischer Herkunft, die in Israel heimisch geworden sind: Dreiecke aus Teig, mit Schokolade bestrichen und zu Hörnchen aufgerollt. Der Name bedeutet wörtlich "Hörnchen", und er geht auf denselben slawischen Wortstamm zurück wie das tschechische rohlík. Ich erkläre, warum sie kein jüdisches Croissant sind, warum sie meist ohne Milch auskommen und wie eine Packung Mini-Rugelach in Jerusalem schmeckt, warm aus dem Ofen.

Israel

Bourekas: gefülltes Gebäck aus Blätterteig

In einer israelischen Bäckerei erkennst du die Füllung an der Form: Das Dreieck steht für Käse, das Viereck für Kartoffeln. Bourekas, gefüllte Teigtaschen aus zartem Blätterteig, brachten sephardische Juden aus dem Osmanischen Reich nach Israel - samt einem Namen, der grammatisch eine Mehrzahl ist. Und in Jerusalem gibt es ein Bistro, das seit 1959 nichts anderes macht.

Israel

Bistro Ben-Sira Hummus: Hummusia im Zentrum von Jerusalem

Eine kurze Straße im Zentrum von Jerusalem trägt den Namen eines antiken Weisen, hierher kommt man aber vor allem wegen des Hummus. Das Bistro Ben-Sira Hummus serviert seit 2005 warmen Hummus mit ganzen Kichererbsen und Olivenöl, dazu frische Falafel und Pita. Der Artikel erklärt auch, was eine Hummusia ist, warum man Hummus mit der Pita auftunkt und warum du kurz vor dem Schabbat besser nicht herkommst.

Israel

Katzutz: israelischer Salat aus fein gewürfelten Gurken und Tomaten

Katzutz, auf Hebräisch "gehackt", ist ein Salat aus Gurken, Tomaten und Zwiebeln, so fein wie möglich gewürfelt, mit Petersilie, Zitrone und Olivenöl. In Israel steht er zu fast jeder Mahlzeit auf dem Tisch, vom Kibbuz-Frühstück bis zur Falafel in der Pita. Die Welt nennt ihn israelischen Salat, seine Verwandten werden aber im ganzen ehemals osmanischen Raum von der Türkei bis Indien geschnitten.

Israel

Israelischer Wein: koscher, mewuschal und vier Flaschen aus Jerusalem

Fast jede Flasche aus dem israelischen Supermarkt ist koscher, und manche davon sind zusätzlich pasteurisiert, damit auch ein nichtjüdischer Kellner sie einschenken darf. Wein wächst in fünf Regionen, aber Jerusalem hat seine eigene Geschichte: Die Familie Shor kelterte hier schon, bevor Baron Rothschild die Reben aus Frankreich brachte. Ich erkläre, was koscher und mewuschal bedeuten, und schließe mit vier Flaschen aus dem Judäischen Bergland.

Israel

Bäckerei Geula: Gebäck nach Gewicht in Mea Schearim

Die Bäckerei Geula steht im ultraorthodoxen Viertel Mea Schearim in Jerusalem - ein paar Gehminuten vom modernen Zentrum entfernt und trotzdem ein gutes Jahrhundert weiter weg. Süße Taschen mit Quark- oder Schokoladenfüllung verkauft man hier nach Gewicht, bezahlt wird ausschließlich bar. Wer probieren will, muss sich auch an die Regeln des Viertels halten, das sich von der übrigen Stadt bewusst abgrenzt.

Israel

Israelisches Bier: das koschere Lagerbier Goldstar

Goldstar ist das meistverkaufte Bier Israels: ein bernsteinfarbenes Lagerbier mit 4,9 % Alkohol, Koscher-Zertifikat und einem sechszackigen Stern auf dem Etikett, der nicht aus israelischer Symbolik stammt, sondern aus der mittelalterlichen deutschen Brautradition. Dabei gehören die Israelis zu den zurückhaltendsten Biertrinkern der Welt, und die Biergeschichte des Landes begann in den 1930er Jahren mit einem Pilsner Rezept für britische Soldaten.

Israel

Challa: geflochtenes Brot für den Schabbat

Die Challa ist ein geflochtenes Hefebrot aus Mehl, Eiern, Öl und Zucker, das Juden in Israel und auf der ganzen Welt am Freitagabend und an Feiertagen auf den Tisch stellen. Ihren Namen verdankt sie dem Stück Teig, das von jeder Portion abgetrennt wird - einer uralten Abgabe an die Priester. Die geflochtene Form stammt aus dem mittelalterlichen Mitteleuropa, und Butter fehlt im Teig, damit das Brot zu Fleisch gegessen werden darf.

Palästina

Palästinensisches Bier: Shepherds aus der Brauerei Birzeit

Shepherds ist ein helles Lagerbier nach Pilsner Art aus der Kleinbrauerei Birzeit, einer der wenigen Brauereien, die es in Palästina überhaupt gibt. Das Etikett mit dem Hirten lehnten die Behörden zunächst ab, weil die Figur zu sehr an Jesus erinnere; genehmigt wurde es erst nach drei Monaten. Das Brauwesen ist in Palästina eine Sache christlicher Städtchen, trotzdem wird Shepherds auch in Israel verkauft und bis nach Übersee exportiert.

Israel

Jaffa-Orangen: die Sorte Shamouti aus den Gärten von Jaffa und die Exportmarke

Jaffa-Orangen sind die Sorte Shamouti: eine süße Orange mit dicker, leicht abziehbarer Schale und fast ohne Kerne, die Mitte des 19. Jahrhunderts in den Gärten am Hafen von Jaffa auftauchte und dank ihrer widerstandsfähigen Schale nach Europa segelte, noch bevor es den Staat Israel gab. Jaffa ist heute vor allem eine Marke, die auch spanische Orangen tragen, und die berühmte Shamouti bleibt meist zu Hause.