Tipps für Essen auf Reisen | Seite 44 von 62
Teokon farci: gedämpfter gefüllter Tofu nach mauritischer Art
Tofu ist auf Mauritius nur eine Hülle. Teokon farci ist ein Stück Tofu, bestrichen mit einer Paste aus püriertem Fisch und getrockneten Garnelen, gedämpft und mit klarer Hühnerbrühe und Frühlingszwiebeln übergossen - eine Vorspeise aus chinesischen Bistros und von Klößchenständen, die die Insel von den Hakka-Einwanderern geerbt hat. Was der Name bedeutet, warum sich der Tofu wie Teig verhält und was die Schale in Flic en Flac gekostet hat.
Riz frit: gebratener Reis auf mauritische Art
Riz frit ist gebratener Reis auf mauritische Art: gekochter Reis vom Vortag, im Wok geschwenkt mit Ei, Hähnchenfleisch oder Garnelen, Gemüse und Sojasauce. Auf die Insel gebracht haben ihn chinesische Einwanderer, heute kochen ihn Imbisse, Schulkantinen und Restaurants. Warum er nicht nach Kanton benannt ist, worin er sich von seinen Verwandten unterscheidet und wie er in Flic en Flac schmeckte.
Hakien: das zweimal frittierte Röllchen aus Mauritius
Hakien ist ein mauritisches frittiertes Röllchen aus gehacktem Hühnerfleisch oder Garnelen und Gemüse, das in flüssigen Teig getaucht und zweimal hintereinander frittiert wird, sodass es eine dicke, wellige Kruste bekommt. Auf die Insel gebracht haben es die Hakka-Chinesen, nach denen es auch benannt ist; heute gehört es zum verbreitetsten Street Food auf Mauritius.
Bistro Ti Kabann: Strandbude mit gebratenen Nudeln in Flic en Flac
Auch in einem Badeort kann man gut essen - man muss sich mittags nur dort anstellen, wo die Einheimischen stehen. Die Strandbude Ti Kabann an der Straße von Flic en Flac nach Wolmar reicht gekochte und gebratene Nudeln für gut hundert Rupien aus dem Fenster. Der Name bedeutet Kleine Hütte und passt bis zum letzten Nagel; auf Google Maps brauchst du sie allerdings nicht zu suchen - die verlässlichere Koordinate ist die Schlange.
Piment farci: gefüllte Paprika nach mauritischer Art
Piment farci ist ein frittiertes Häppchen, das sich Mauritius mit Réunion teilt: eine ganze, leicht scharfe Paprika, längs eingeschnitten, von den Kernen befreit und mit gewürztem Fleisch oder Thunfisch mit Chayote gefüllt, in Teig getaucht und goldbraun frittiert. Sie wird stückweise verkauft, als herzhafter Snack zum Bier.
Frische Kokosnuss: Saft und Fruchtfleisch aus der jungen Nuss
Die frische Kokosnuss ist die junge grüne Frucht der Kokospalme, die an den Stränden und auf den Märkten von Mauritius als Getränk und als Speise zugleich verkauft wird: Der Verkäufer öffnet sie mit der Machete, du trinkst den klaren Saft und gehst mit der leeren Nuss zurück, um dir das weiße Fruchtfleisch zu holen. Ihren Namen hat die Kokosnuss von einem portugiesischen Schreckgespenst, die Insel voller Palmen importiert ihre Nüsse aus Madagaskar, und das Fruchtfleisch der jungen Frucht schmeckt ganz anders als getrocknete Kokosraspeln.
Rhumerie de Chamarel: Führung und Verkostung in der Rumdestillerie auf Mauritius
Die Rhumerie de Chamarel ist eine familiengeführte Destillerie in den Bergen im Südwesten von Mauritius, die ihren Rum ausschließlich aus dem frischen Saft des eigenen Zuckerrohrs brennt. Besucher bekommen die gesamte Produktion zu sehen, von der Presse über die kupfernen Brennblasen bis zu den Fässern, und am Ende der Führung steht die Verkostung. Der Artikel erklärt, nach wem Chamarel benannt ist, warum die Destillerie so jung ist und wie Führung und Verkostung ablaufen.
Canne à Sucre: mauritisches Familienfestmahl in Flic en Flac
Canne à Sucre Chez May ist ein kleines Familienrestaurant in Flic en Flac auf Mauritius, in dem die Besitzerin bei sich zu Hause ein einziges Menü kocht. Das Festmahl beginnt mit Calamari, geht weiter mit Hähnchen-Curry und elf Schüsseln mit Beilagen und endet mit gegrillter Banane in Rum, Ti Punch und hausgemachtem Ananasrum. Reserviert wird über WhatsApp, mehrere Tage im Voraus.
Alouda: mauritisches Milchgetränk mit Basilikumsamen
Alouda ist ein dickflüssiges mauritisches Getränk aus Milch, Sirup, Basilikumsamen und geriebenem Agar-Gelee, meist mit einer Kugel Eis. Sie ist die Tochter der indischen Falooda, die auf dem Weg über den Ozean die Nudeln und einen Buchstaben ihres Namens verloren hat. Getrunken habe ich sie an der Quelle - am Stand Alouda Pillay in der Zentralmarkthalle in Port Louis, wo sie seit den dreißiger Jahren verkauft wird.
Zentralmarkthalle in Port Louis: der Basar der Hauptstadt von Mauritius
Die überdachte Markthalle im Zentrum von Port Louis verkauft seit 1845 Obst, Gemüse, Gewürze und Fisch - die verzierten gusseisernen Tore kamen damals per Schiff aus Glasgow. Die Haupthalle duftet nach Kräutern und Masala, die Nebenhallen gehören Fleisch und Fisch, und in einem eigenen Gebäude mit kleinen Bistros wird Alouda ausgeschenkt. Am vollsten ist es samstags; gehandelt wird nur oben bei den Souvenirs.