Was isst man rund um die Welt? | Seite 44 von 70
Schoggiweggli: Basler Gebäck mit Schokolade
Ein Hefebrötchen mit Butter, gespickt mit großen Schokoladenstücken, das vor dem Backen oben eingeschnitten wird, damit man schon im Schaufenster sieht, was drinsteckt. Erfunden haben soll es 1975 der Basler Confiseur Anton Bachmann - auch wenn diese Jahreszahl allein von seiner eigenen Firma stammt. Was der Name bedeutet, warum in Deutschland ein ganz anderes Gebäck so heißt und was das Brötchen in Basel kostet.
Birnbrot: das Früchtebrot aus den Schweizer Bergen
Birnbrot ist ein Gebäck aus der Ostschweiz, bei dem der Teig nur eine dünne Hülle bildet; der Kern ist eine dichte Füllung aus gedörrten Birnen, Nüssen, Feigen und Gewürzen. Entstanden ist es in den Bergen, wo man teures Mehl mit Trockenobst streckte, und im Engadin bezahlt man damit am Stephanstag die Schlittenfahrt. Geschnitten wird es in dünne Scheiben zum Nachmittagskaffee; der kleine Bruder Birnweggen wird rund um Luzern gebacken.
Brezel: Laugengebäck
Die Brezel ist ein Laugengebäck aus Süddeutschland, das in der ganzen deutschsprachigen Welt heimisch geworden ist - in Österreich, im Elsass und in der Schweiz. Der Name geht auf das lateinische Wort für Arm zurück. Um die Brezel selbst gibt es mehr Legenden als Belege. Für die Zubereitung braucht es eine schwache Lauge.
Schweizer Gebäck
Der Silserkranz wird nicht geschnitten - aus dem Kranz aus Laugenbrötchen bricht sich jeder sein eigenes heraus. Seinen Namen hat er dabei nicht von einem Bergdorf, wie oft erzählt wird, sondern von der Salzlauge, die er mit der Brezel teilt. Zum Kranz kommen zwei weitere Stücke aus der Schweizer Bäckereiauslage: das Butterweggli und das Kartoffelbrötchen - mitsamt Preis und Geschmack.
Beerawecka: das elsässische Weihnachtsbrot aus Trockenfrüchten
Im Elsass werden vor Weihnachten Laibe gebacken, in denen mehr Trockenfrüchte stecken als Teig: Birnen, Feigen, Aprikosen, Zwetschgen, Rosinen und Nüsse, in Obstbrand eingelegt und nur von einer Handvoll Teig zusammengehalten. Die Beerawecka reift tage- bis wochenlang, wird in dünne Scheiben geschnitten und hat Verwandte jenseits des Rheins, in Österreich, in der Schweiz und in Südtirol. Nicht einmal die Elsässer sind sich einig, was ihr Name bedeutet.
Schweizer Schokolade
Die Schweiz hat keinen einzigen Kakaobaum und ist für die ganze Welt trotzdem das Synonym für Schokolade. Dafür reichten zwei Erfindungen vom Ende des 19. Jahrhunderts: die Milchschokolade aus Vevey und das Conchieren aus Bern. Dazu das Swissness-Gesetz, das Toblerone das Matterhorn auf der Verpackung gekostet hat, und die Supermarktmarken, die die Schweizer selbst kaufen.
Schweizer Wein
Die Schweizer exportieren kaum eine von hundert Flaschen Wein, den Rest trinken sie selbst. Bei den Weißweinen führt Chasselas das Regiment, dessen Wiege die Genetiker am Ufer des Genfersees suchen; der rote Stolz ist Cornalin - eine Sorte, die in ihrer Heimat Italien ausgestorben ist und nur im Wallis überlebt hat. Und weil die Terrassenweinberge von Hand bewirtschaftet werden, lohnt sich der Export ins Ausland nicht.
Schweizer Bier
1990 hatte die Schweiz 32 Brauereien, heute sind es über tausend - weltweit die meisten pro Kopf. Hinter dem Sprung steht der Fall eines Kartells, das dem Land ein halbes Jahrhundert lang vorschrieb, wer was brauen durfte. Von den Lagerbieren aus dem Schloss Feldschlösschen über das Basler Ueli aus der ersten Gasthausbrauerei des Landes bis zu Chopfab, dessen Name nicht das bedeutet, was hier jahrelang stand.
Was aus der Schweiz mitbringen?
Aus der Schweiz bringe ich vor allem Käse mit: den würzigen Appenzeller, echten Emmentaler aus dem Emmental, Gruyère als Basis fürs Fondue und ein Probierpaket zum Kennenlernen. Dazu packe ich Birnweggen ein, luftgetrocknete Wurstwaren aus dem italienischsprachigen Kanton Tessin und ein paar Tafeln Schokolade - die Milchschokolade wurde schließlich genau hier erfunden. Fast alles bekommst du im ganz normalen Supermarkt.
Rivella: die Molken-Limonade aus der Schweiz
Aus der Flüssigkeit, die Käsereien früher als Abfall weggeschüttet haben, machten die Schweizer eine Limonade und erhoben sie zum Nationalgetränk. Rivella entstand aus einem Rezept für Molkenbier, das in Amerika durchfiel, ihren Namen fand sie im Fahrplan, und die Farben ihrer Etiketten sind keine Geschmacksrichtungen, sondern Codes. In Basel habe ich die blaue probiert - ohne Zucker.