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Tipps für Essen auf Reisen | Seite 47 von 62

Israel

Die niedrigste Bar der Welt: Erfrischungen am Kalia Beach am Toten Meer

Die Bar am Kalia Beach am Nordufer des Toten Meeres brüstet sich mit einem Titel, den ihr niemand verliehen hat und den ihr niemand nehmen wird: Tiefer kann man an Land keinen Kaffee kaufen. Das eine Schild behauptet minus 420 Meter, das Schild daneben schon minus 430 - und in Wirklichkeit liegt es noch tiefer, denn der Wasserspiegel sinkt jedes Jahr. Wie du von Jerusalem aus zum Grund der Welt kommst und was dort ein Espresso kostet.

Israel

Halva: die krümelige Sesamsüßigkeit des östlichen Mittelmeerraums

Halva ist eine Süßigkeit, die in Fasern zerfällt: Die Sesampaste Tahini wird mit Zucker gekocht, erstarrt zu Blöcken, und die Händler auf den Märkten schneiden davon Stück für Stück ab. Sie ist im gesamten östlichen Mittelmeerraum zu Hause, von Nablus über die Türkei bis Griechenland, in Israel wird sie seit 1929 im großen Stil hergestellt. Ich habe sie auf dem Jerusalemer Mahane-Yehuda-Markt probiert, wo sie kiloweise verkauft, aber scheibchenweise gegessen wird.

Israel

Mahane-Yehuda-Markt: der Markt, der sich vor dem Schabbat verwandelt

Der Mahane-Yehuda-Markt ist der wichtigste Markt Westjerusalems: über 270 Stände mit Oliven, Gewürzen und Halva, dazwischen Bistros und Bars. Seinen Namen hat er sich vom Nachbarviertel geliehen, zu dem er nie gehört hat, und seine ganze Woche läuft auf den Freitagnachmittag zu - auf den Ausverkauf vor dem Schabbat, nach dem sich die überfüllten Gassen binnen weniger Minuten leeren. Ich war dabei.

Israel

Shawarma: Fleisch vom Drehspieß aus dem Nahen Osten

Der senkrechte Fleischzylinder, der sich langsam im Schaufenster dreht, gehört zum Nahen Osten so selbstverständlich wie das Kleingeld auf den Markt. Shawarma - in Gewürzen mariniertes Fleisch, in dünnen Scheiben vom Spieß geschnitten - ist ein gemeinsames Erbe der ganzen Region. Die israelische Version hat sich die Pute dazugeholt, Pommes direkt in die Pita und die Mangosauce Amba, die über Bagdad aus Indien kam.

Israel

Falafel: das frittierte Kichererbsenbällchen

Die Falafel beansprucht der halbe Nahe Osten; die Israelis haben sie zum Nationalgericht gemacht und in die Pita gesteckt. Sie ist ein Bällchen aus roh gemahlenen Kichererbsen mit Kreuzkümmel, Petersilie und Koriander, knusprig frittiert - je grüner innen, desto frischer die Kräuter. Am besten schmeckt sie frisch aus dem Öl - zum Beispiel im Jerusalemer Hummuslokal Ben-Sira.

Israel

Arabische Märkte am Damaskustor: Einkaufen in Jerusalem, auch am Schabbat

Während der Westen Jerusalems am Schabbat verstummt, wird hinter dem Damaskustor weiter Gemüse auf Handwaagen gewogen und Kaffee mit Kardamom duftet durch die Gassen. Die arabischen Märkte im muslimischen Viertel der Altstadt folgen ihrem eigenen Kalender. Ich bin sie an einem Samstagmorgen durchgegangen - von den leeren Gassen bis zur Tasse Kaffee, bei der sich der Café-Besitzer an die Tschechoslowakei erinnerte.

Palästina

Der Alte Markt in Bethlehem: ein morgendlicher Souk unter steinernen Bögen

Der Alte Markt im historischen Kern von Bethlehem beginnt am Ende der Al-Mdbasseh-Straße und führt durch verwinkelte Gassen unter steinernen Bögen bis zum Manger-Platz. Jeden Morgen bringen Bauern aus den umliegenden Dörfern ihre Ernte hierher - unter anderem aus Battir, dessen Terrassen auf der UNESCO-Welterbeliste stehen. Und an den Essensständen duftet ein großes Tablett mit geschmorten Ackerbohnen, die Ful heißen.

Palästina

The Walled Off Hotel, Bethlehem

Ein paar Meter von der Mauer in Bethlehem steht ein Hotel, das Banksy eröffnet hat und das mit der schlechtesten Aussicht der Welt wirbt. Im Erdgeschoss wird zwischen seinen Originalen Kaffee serviert, ein Stockwerk höher warten ein Museum über die Mauer und eine Galerie palästinensischer Künstler. In die Pianobar kommst du ohne Eintritt - die Werke anzusehen kostet dich nur einen Kaffee.

Israel

Pita: Fladenbrot mit Tasche für die Füllung

Die wichtigste Zutat der Pita ist Luft: der Dampf, der im heißen Ofen den Fladen aus Mehl, Wasser, Hefe und Salz aufbläst und darin eine Tasche für Falafel, Shawarma oder Hummus zurücklässt. Der Name kam auf einem Umweg über den Balkan ins Hebräische, das Brot selbst ist älter als der Ackerbau, und so klein wie die heutige "Pita hundert Gramm" hat sie erst Israel gemacht. In Israel habe ich sie jeden Tag gegessen, ohne sie ein einziges Mal zu bestellen.

Israel

Jerusalemer Bagel: Sesamgebäck an den Toren der Altstadt

Ein unterarmlanges Sesamoval, das im Unterschied zum New Yorker Namensvetter nicht gekocht, sondern nur gebacken wird. Auf Hebräisch bejgele jeruschalmi, auf Arabisch ka'ak al-Quds - warum er nach Jerusalem benannt ist, weiß nicht einmal die hebräische Wikipedia. Woher er kommt, wer ihn in der Altstadt backt und warum es sich lohnt, ihn ein paar Gassen vom Tor entfernt zu kaufen.