Tipps für Essen auf Reisen | Seite 49 von 62
Bistro Sfrigola: Arancini in Palermo, erst auf Bestellung frittiert
Street Food, auf das man wartet: Die palermitanische Bistrokette Sfrigola frittiert Arancini erst im Moment der Bestellung und hat die gesamte Produktion hinter Glas verlegt. Wer hinter dem Lokal steckt, das nach dem Geräusch von brutzelndem Fett benannt ist, warum die Arancina bei ihnen immer eine Frau ist und wie meine Variante mit Porchetta, Käse und eingelegten Steinpilzen geschmeckt hat.
Sfincione: hoher Hefefladen aus Palermo mit Zwiebeln und Sardellen
Der Sfincione ist ein hoher, schwammig aufgegangener Fladen aus Palermo, auf dem geschmorte Zwiebeln, Tomaten, Sardellen und Semmelbrösel mit Käse liegen und den nicht einmal die Italiener zwischen Pizza und Focaccia einordnen können. Den Namen "sizilianische Pizza" gab ihm erst Amerika. Woher er kommt, warum er ursprünglich ohne Tomaten auskam und wie er vom Verkaufswagen am Markt del Capo geschmeckt hat.
Sarde a beccafico: sizilianische Sardinen, gefüllt mit Semmelbröseln und Rosinen
Sarde a beccafico sind sizilianische Sardinen, wie ein Buch aufgeklappt, gefüllt mit gerösteten Semmelbröseln, Rosinen und Pinienkernen und mit dem Schwänzchen nach oben gebacken, damit sie an den Vogel erinnern, nach dem sie heißen. Palermo backt sie, Catania frittiert sie mit Käse, Messina schmort sie in Tomaten. Gekauft habe ich sie auf den Märkten del Capo und Ballarò, zwei Stück für einen Euro.
Markt Ballarò: wo Palermo frühstückt
Den ältesten und größten der historischen Märkte von Palermo hörst du, bevor du ihn siehst: Die Händler preisen ihre Ware mit einem singenden Ruf an, der abbanniata heißt. Zwischen den Ständen brutzeln Panelle, wird gekochter Oktopus geschnitten und auf Eis warten Austern. Ein Frühstück stellst du dir hier von rohen Garnelen bis zur gebackenen Ricotta mit Honig zusammen - du gehst einfach von Stand zu Stand.
Caponata: sizilianisches süßsaures Gemüse mit Aubergine
Caponata ist eine sizilianische süßsaure Mischung aus gebratener Aubergine, Sellerie, Oliven und Kapern in Tomatensoße mit Essig und Zucker, kalt als Vorspeise serviert. Ihren Namen verdankt sie angeblich einem teuren Fisch, den sich nur die Barone leisten konnten, Sprachwissenschaftler sehen darin dagegen einen Galeerenkapaun. Warum die Aubergine extra gebraten wird, warum die Caponata am zweiten Tag am besten ist und wie sie in einem Fußball-Restaurant in Palermo geschmeckt hat.
Restaurant Al Vecchio Club Rosanero: eine Fußball-Trattoria in Palermo
Eine kleine Trattoria in einer Seitengasse der Via Maqueda ist mit ihrem ganzen Innenraum dem Fußballklub Palermo verschrieben - und aus der Küche kommen riesige Portionen zu Preisen, die man im Zentrum der Stadt nur schwer findet. Warum eine halbe Portion hier eine normale ist, was die rosa-schwarzen Trikots mit den Likören der Familie Florio zu tun haben und was ein Abendessen zu zweit mit sieben Positionen auf der Rechnung gekostet hat?
Arancini: frittierte Reisbällchen aus Sizilien
Arancini sind frittierte Bällchen aus safrangelbem Reis, gefüllt mit Fleischragù oder einer anderen Füllung und in Semmelbröseln paniert - das bekannteste Street Food Siziliens. Palermo formt sie rund und nennt sie arancina, Catania formt sie spitz wie den Ätna und nennt sie arancino; um diesen einen Buchstaben streitet die Insel seit Jahrzehnten. Das älteste sizilianische Wörterbuch führt sie dagegen als Süßspeise.
Cannoli: sizilianische Teigröllchen mit Ricotta
Cannoli sind knusprig frittierte Röllchen, gefüllt mit einer Creme aus Schafsricotta, die bekannteste Süßigkeit Siziliens. Ihren Namen haben sie vom Schilfrohr, um das der Teig früher gewickelt wurde, ihre Geschichte von den Legenden über den Harem in Caltanissetta und von den Klosterkonditoreien. Gefüllt wird erst kurz vor dem Verkauf, sonst weicht die Hülle auf - und genau daran erkennst du eine gute Konditorei.
I Segreti del Chiostro: Klosterkonditorei in Palermo
Die Konditorei I Segreti del Chiostro in Palermo verrät nur ein Schild vor dem Kloster Santa Caterina. Drinnen werden nach den Rezepten der Klausurnonnen Cannoli, Cassata und Minne di Sant'Agata gebacken - Süßigkeiten, die jahrhundertelang durch eine Drehlade in der Mauer verkauft wurden. Und zum Gebäck gibt es den Garten des Kreuzgangs und den Blick vom Klosterdach dazu.
Stigghiola di vitello: gegrillte Kalbsdärme aus Sizilien
Stigghiola di vitello sind dünne Kalbsdärme, die auf einen Spieß gewickelt und über Holzkohle gegrillt werden - ein Street Food aus Palermo, das heute zu ganz Sizilien gehört. Nach dem Grillen werden sie in Stücke geschnitten, gesalzen, mit Zitrone beträufelt und ohne Beilage mit den Händen gegessen. Der Name geht auf das lateinische Wort für Därmchen zurück, die Geschichte auf das "fünfte Viertel" - zu allem, was im Schlachthof für die Ärmeren übrig blieb.