Was isst man rund um die Welt? | Seite 60 von 70
Karaköy Güllüoğlu: meine liebste Konditorei in Istanbul
Karaköy Güllüoğlu ist eine historische Istanbuler Konditorei der Familie Güllü, die schon seit 1843 Baklava backt. Das beliebte Haus hat sich auf traditionelle türkische Süßwaren spezialisiert und bietet eine unglaublich breite Auswahl an verschiedenen Sorten Baklava. Die Süßigkeiten nimmst du dir direkt aus der Vitrine oder vom Tablett. Neben den Desserts kannst du hier auch einen ausgezeichneten türkischen Tee genießen. Die Preise liegen niedriger als in den Lokalen im historischen Zentrum.
Midye dolma: türkische Miesmuscheln mit Reisfüllung
Midye dolma sind Miesmuscheln mit einer Füllung aus Reis, Zwiebeln und Gewürzen, in der eigenen Schale gegart und mit Zitrone serviert. In Istanbul, İzmir und anderen Hafenstädten der Türkei gehören sie zur Nacht: Verkauft werden sie stückweise an Straßenkarren, die heute meist Leute aus Mardin betreiben. Berühmt gemacht haben das Rezept armenische Köche und die griechischen Meyhanes des osmanischen Istanbul.
İçli köfte: türkische gefüllte Hackfleischkugel
İçli köfte ist eine traditionelle türkische gefüllte Hackfleischkugel mit knuspriger Hülle. Die äußere Schicht ist ein dünner Teig aus feinem Bulgur und Grieß. Im Inneren steckt eine kräftige Mischung aus Rinder- oder Lammhack mit Zwiebeln und Walnüssen. Serviert wird sie heiß - ein beliebtes Streetfood.
Islak Burger: der nasse Hamburger vom Istanbuler Taksim-Platz
Der Islak Burger ist ein kleiner türkischer Hamburger vom Istanbuler Taksim-Platz: ein dünnes Rindfleisch-Patty in einem Brötchen, das in Tomaten-Knoblauch-Soße getaucht wird und im Dampf einer beheizten Vitrine weich wird. Was anderswo als misslungener Burger gelten würde, ist hier Absicht. Die Erfindung beanspruchen zwei alte Istanbuler Imbisse; aus den Nächten rund um den Taksim hat sich das Gericht in der ganzen Türkei verbreitet.
Baklava: die Königin der türkischen Süßigkeiten
Baklava ist eine süße Nachspeise aus abwechselnden Schichten von dünnem Filoteig, gehackten Nüssen und süßem Sirup. Am häufigsten wird sie mit Pistazien oder Walnüssen gefüllt. Um ihren Ursprung streiten sich viele Völker, zur Vollendung gebracht haben sie die Konditoren des Osmanischen Reichs. Baklava gibt es in unzähligen Sorten und Formen, beliebt ist auch die kalte, milchige Variante.
Gaziantep Közde Künefe Kebap Salonu: mein Lieblingsrestaurant in Istanbul
Ein kleiner Kebabladen im Viertel Hobyar am Istanbuler Bahnhof Sirkeci, benannt nach Gaziantep, der Stadt mit den meisten geschützten Spezialitäten der Türkei. Die Kebabs am Spieß und das Käsedessert Künefe kommen hier vom Holzkohlegrill, morgens gibt es dazu Beyran, die Suppe aus Gaziantep. Die rohen Kebabs warten in einer Vitrine hinter dem Schaufenster, das Brot wird über der Glut geröstet.
Közde mısır: türkischer Maiskolben, über Holzkohle geröstet
Közde mısır ist ein über glühender Holzkohle gerösteter und mit Salz bestreuter Maiskolben, ein Klassiker unter den türkischen Street-Food-Gerichten. An den Karren gibt es ihn neben gekochtem Mais, weitere Gewürze bekommt er nicht - wer Butter und Soßen möchte, greift zum gekochten. Der Name bedeutet wörtlich Mais auf der Glut und birgt eine sprachliche Falle: Mısır heißt auf Türkisch Mais und zugleich Ägypten.
Dondurma: türkisches Eis, das man mit dem Messer schneidet
Dondurma heißt auf Türkisch einfach Eis, doch die berühmte aus Kahramanmaraş ist anders als alle anderen: Sie wird mit Salep aus den Knollen wilder Orchideen angedickt und hält so fest zusammen, dass man sie in Konditoreien mit Messer und Gabel serviert. Straßenverkäufer haben aus diesem Zusammenhalt ein Schauspiel gemacht - sie reichen dem Kunden die Waffel an einem langen Stab und nehmen sie ihm gleich wieder weg.
Tantuni: würziges Fleisch in Baumwollsamenöl
Tantuni ist ein traditionelles türkisches Gericht aus fein gehacktem Rind- oder Hähnchenfleisch, das zuerst kurz gekocht und dann in speziellem Baumwollsamenöl gebraten wird. Serviert wird Tantuni meist in dünnem Lavaş oder in einem türkischen Baguette. Dazu gehören scharfe Peperoni, Zitrone und ein erfrischender Ayran. Das Gericht stammt aus der Stadt Mersin.
Halka tatlısı: frittierter türkischer Teigring in Sirup
Halka tatlısı ist eine türkische Straßensüßigkeit: ein geriffelter Ring aus frittiertem Teig, der heiß aus dem Öl direkt in den kalten Zuckersirup Şerbet wandert. Es gibt ihn an Wagen mit gläserner Vitrine und nach Gewicht in Konditoreien, und die Version aus Adana trägt seit 2020 eine eigene geografische Angabe samt amtlicher Rezeptur. Derselbe Teig wie bei der Tulumba, nur eine andere Form - außen knusprig, innen voller Sirup.