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Süßigkeiten | Seite 7 von 11

Italien

Antica Gelateria Gentile: die Eisdiele in Bari, die seit fünf Generationen derselben Familie gehört

Die Antica Gelateria Gentile ist eine familiengeführte Eisdiele beim Castello Svevo am Rand der Altstadt von Bari. Seit 1880 ist sie in der Hand einer einzigen Familie, heute in fünfter Generation. Neben der viel gelobten Pistazie setzt sie auf apulische Zutaten: auf Mandeln aus Toritto und frühe Fiorone-Feigen, und während touristische Ranglisten sie zur besten Eisdiele der Stadt küren, kommt sie in kritischen Bestenlisten nicht vor.

Italien

Konditorei Schiuma: vier Generationen Konditoren in Matera

Die Konditorei Schiuma liegt ein paar Schritte von der zentralen Flaniermeile in Matera entfernt. Seit 1946 steht dort immer dieselbe Familie hinter der Theke - inzwischen in der vierten Generation. Der Nachname Schiuma heißt auf Italienisch Schaum, was rein zufällig gut zu einer ihrer Spezialitäten passt, dem aufgeschlagenen Mascarpone. Und die neapolitanischen Zeppole frittiert man hier nicht nur zum Josefstag.

Mauritius

Napolitaine: der mauritische Keks mit rosa Zuckerguss

Die Napolitaine ist ein rosa Keks aus den Bäckereien von Mauritius: zwei Scheiben mürber Butterteig, mit Guaven- oder Erdbeermarmelade zusammengeklebt und mit hartem Zuckerguss übergossen. Der Name verspricht Neapel, mit Italien hat sie aber nichts zu tun - sie ist der Snack der ganzen Insel, den Mauritius nur mit dem benachbarten La Réunion teilt und der sich in der Dose mehrere Tage hält.

Mauritius

Tekwa: süße mauritische Teigtasche mit gelben Spalterbsen

Tekwa ist eine mauritische frittierte Teigtasche aus dünnem Teig, gefüllt mit einer süßen Masse aus gemahlenen gelben Spalterbsen, Zucker und Fenchel, oft auch mit Kokos. Den Namen brachten im 19. Jahrhundert indische Arbeiter aus Bihar mit, die Füllung dagegen ist eine Erfindung der Insel. Verkauft wird sie warm in der Tüte auf den Märkten, gegessen wird sie aus der Hand, meist als Snack zum Nachmittagstee.

Mauritius

Alouda: mauritisches Milchgetränk mit Basilikumsamen

Alouda ist ein dickflüssiges mauritisches Getränk aus Milch, Sirup, Basilikumsamen und geriebenem Agar-Gelee, meist mit einer Kugel Eis. Sie ist die Tochter der indischen Falooda, die auf dem Weg über den Ozean die Nudeln und einen Buchstaben ihres Namens verloren hat. Getrunken habe ich sie an der Quelle - am Stand Alouda Pillay in der Zentralmarkthalle in Port Louis, wo sie seit den dreißiger Jahren verkauft wird.

Mauritius

Rasgulla: frittierte Milchbällchen in Sirup

Auf Mauritius wird die Rasgulla aus Milchpulver frittiert und erst danach in Kardamomsirup gebadet - in Indien würde man so eine Kugel Gulab jamun nennen. Ich schreibe über die Süßigkeit, die zum indo-mauritischen Diwali gehört und darüber, wie ein Hoteldessert meine Meinung über frittierten Teig in Sirup verändert hat.

Mauritius

Sagoo au lait: mauritisches Milchdessert aus Tapiokaperlen

Sagoo au lait ist ein süßes mauritisches Dessert aus winzigen Stärkeperlen, die in Milch oder Kokosmilch mit Zucker und Vanille gegart werden, dick wie ein flüssiger Pudding. Der Name verweist auf das Sago von der Palme, im Topf blubbert aber fast immer Tapioka aus Maniok. Auf die Insel gebracht haben es die tamilische, die chinesische und die französische Küche, und im Supermarkt gibt es das Dessert sogar als Getränk im Fläschchen.

Israel

Sufganiyah: israelische Krapfen

Sie wirkt wie eine uralte Chanukka-Tradition, doch das wichtigste Festtagsgebäck Israels haben in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts die Gewerkschaften durchgesetzt, damit die Bäcker Arbeit hatten. Die Sufganiyah ist ein Hefekrapfen mit Marmelade oder Creme im Inneren - ein ordentlicher Brocken, und in der Saison isst Israel davon Millionen. Ich habe sie in einer Jerusalemer Bäckerei gekauft, vor der die Schlange nie abriss.

Israel

Rugelach: Schokoladenhörnchen der aschkenasischen Küche

Rugelach sind ein kleines Hefegebäck aschkenasischer Herkunft, die in Israel heimisch geworden sind: Dreiecke aus Teig, mit Schokolade bestrichen und zu Hörnchen aufgerollt. Der Name bedeutet wörtlich "Hörnchen", und er geht auf denselben slawischen Wortstamm zurück wie das tschechische rohlík. Ich erkläre, warum sie kein jüdisches Croissant sind, warum sie meist ohne Milch auskommen und wie eine Packung Mini-Rugelach in Jerusalem schmeckt, warm aus dem Ofen.

Israel

Bäckerei Geula: Gebäck nach Gewicht in Mea Schearim

Die Bäckerei Geula steht im ultraorthodoxen Viertel Mea Schearim in Jerusalem - ein paar Gehminuten vom modernen Zentrum entfernt und trotzdem ein gutes Jahrhundert weiter weg. Süße Taschen mit Quark- oder Schokoladenfüllung verkauft man hier nach Gewicht, bezahlt wird ausschließlich bar. Wer probieren will, muss sich auch an die Regeln des Viertels halten, das sich von der übrigen Stadt bewusst abgrenzt.