Was isst man rund um die Welt? | Seite 13 von 70
Byrek: traditionelles herzhaftes Gebäck vom Balkan
Byrek ist ein herzhaftes Gebäck aus dünnen Teigblättern namens Petë, gefüllt mit dem Quark Gjizë, mit Spinat, Fleisch oder Tomaten mit Zwiebeln. Gebacken wird er von der Türkei bis Israel, in Albanien aber ist er an jeder Ecke zu Hause - Spezialbäckereien, die Byrektore, verkaufen ihn stückweise und auf die Hand. Man isst ihn zum Frühstück und als Snack, warm oder kalt.
Petulla: frittierte Teigstücke zum albanischen Frühstück
Petulla sind frittierte Stücke aus dünnflüssigem, meist gegangenem Teig und in Albanien die Grundlage des Frühstücks zu Hause. Außen sind sie knusprig, innen luftig und geschmacklich neutral, deshalb passen sie zu weißem Käse ebenso gut wie zu Marmelade und Honig - gegessen werden sie herzhaft oder süß. Sie gehören zur balkanischen Familie des frittierten Teigs, neben den bulgarischen Mekitsi oder den türkischen Pişi. In Bäckereien findest du sie nicht: Frittiert werden sie zu Hause und in Pensionen.
Tavë dheu: Leber oder Fleisch, mit dem Quark Gjizë überbacken
Tavë dheu ist eine Spezialität aus Tirana und Mittelalbanien - fein geschnittene Leber oder auch Rindfleisch, mit Gemüse geschmort, mit dem gesalzenen Quark Gjizë vermischt und in einer kleinen Tonschale überbacken. Der Name bedeutet wörtlich irdene Ofenform - benannt nach dem Gefäß, in dem das Gericht auf den Tisch kommt. Aus dem Tiraner Klassiker ist ein Gericht geworden, das traditionelle Restaurants in ganz Albanien servieren.
Pulë me pilaf: albanisches Ofenhähnchen auf Reis
Hähnchenteile, darunter Reis und über allem Brühe, die beim Backen im Ofen bis ins letzte Korn einzieht - so sieht Pulë me pilaf aus, ein Klassiker der albanischen Hausmannskost. Hähnchen mit Reis kennt die ganze Region von der Türkei bis Bulgarien, die überbackene Variante aus der Ofenform kommt aber in ganz Albanien auf den Tisch, von Shkodra bis Vlora.
Qofte: Frikadellen vom Balkan
Qofte sind die albanische Form der Hackfleischfrikadellen, die man unter verwandten Namen in der ganzen ehemals osmanischen Welt kennt - von den türkischen Köfte bis zu den bulgarischen Kyufte. In die Masse kommen Hackfleisch, etwas Zwiebel und meist eingeweichtes altbackenes Brot; zu Hause werden Qofte gebraten oder im Ofen gebacken, in Grillstuben über Holzkohle gegrillt. Der Name geht über das Türkische auf ein persisches Verb für zerstoßen zurück.
Bukë misri: das Maisbrot des ländlichen Albaniens
Bukë misri ist ungesäuertes Maisbrot aus dem ländlichen Albanien - ein Fladen aus Maismehl, Wasser und Salz, früher unter einer Metallglocke namens Saç gebacken, heute in der Ofenform im Backofen. Mais wird in Albanien seit dem 17. Jahrhundert angebaut, sein Brot war über Jahrhunderte das Alltagsessen armer Bergfamilien. Ähnliches backen auch die Nachbarn: in Serbien Proja, in Griechenland Bobota.
Albanischer Brandy Skënderbeu
Skënderbeu ist ein Markenbrandy aus Albanien, im Land selbst Konjak genannt. Hergestellt wird er von einer einzigen Kellerei in der Hafenstadt Durrës: Die Basis bildet Traubenraki, in Eichenfässern gereift und mit Extrakten von Bergkräutern, Obst und Blütenhonig abgeschmeckt. Benannt ist er nach dem Nationalhelden Gjergj Kastrioti, genannt Skanderbeg, und zu kaufen gibt es ihn in Supermärkten in ganz Albanien.
Albanischer Wein: Kallmet, Shesh und eine Nacht im Weingut
Albanischen Wein prägen Rebsorten, die nach Dörfern benannt sind: Kallmet aus der Gegend von Lezha, Shesh i Zi und Shesh i Bardhë aus der Nähe von Tirana. Gemacht wurde er schon in den antiken Häfen Apollonia und Dyrrachion, er hat die Osmanen und die kommunistischen Kombinate überstanden, und seit 1991 erwecken ihn kleine Familienweingüter wieder zum Leben - manche bieten ihren Gästen neben der Weinprobe auch eine Übernachtung an.
Raki rrushi: albanischer Traubenbrand
Raki rrushi ist ein klarer albanischer Traubenbrand, ohne Anis und ohne Fassreifung. Größtenteils wird er bis heute nach der Weinlese zu Hause im kupfernen Kazan gebrannt, und Gästen schenkt man ihn zur Begrüßung ein, als Zeichen der Gastfreundschaft. Den Namen teilt er sich mit dem türkischen Anis-Rakı, ist aber ein völlig anderes Getränk - und wer in Albanien Raki ohne Zusatz sagt, meint genau den aus Trauben.
Albanisches Bier: Korça, Tirana und Elbar
Albanisches Bier, das sind vor allem helle Lagerbiere aus heimischen Brauereien - Korça, Tirana, Elbar, Stela oder Kaon. Das älteste von ihnen wird in Korça seit 1928 gebraut, als die Brauerei mit italienischem Geld auf einheimischem Grund entstand; heute macht Bier in Albanien mehr als ein Drittel des getrunkenen Alkohols aus. Am besten schmeckt es zu gegrilltem Fleisch, etwa zu Qofte.