Was isst man rund um die Welt? | Seite 14 von 70
Çaj mali: albanischer Bergtee
Çaj mali, der Tee des Berges, ist ein albanischer Kräutertee aus dem Gliedkraut, einer Bergpflanze der Gattung Sideritis. Die blühenden Stängel werden im Juli an steinigen Hängen über tausend Metern gesammelt, im Schatten getrocknet und in Bündeln auf Märkten und an Straßen verkauft. Dieselbe Art kennt Griechenland als Tee vom Parnass, in Bulgarien wächst der verwandte Mursalski-Tee. Getrunken wird er vor allem im Winter, mit Honig und Zitrone.
Dhallë: salziges albanisches Joghurtgetränk
Dhallë ist ein salziges albanisches Getränk aus mit Wasser verdünntem Joghurt, ein naher Verwandter des türkischen Ayran. Das Wort selbst ist allerdings älter und bezeichnete ursprünglich Buttermilch, also die Flüssigkeit, die beim Butterschlagen übrig bleibt. Getrunken wird es gut gekühlt, vor allem im Sommer, und in Albanien gehört es zum Essen, auch zu Byrek. Man bekommt es fertig in der Flasche, zu Hause mischt man es aus dem Joghurt Kos.
Fli: herzhafter Schichtkuchen aus dem Norden Albaniens und dem Kosovo
Fli ist ein herzhafter Schichtkuchen aus Nordalbanien und dem Kosovo. Der flüssige Teig wird in dünnen Schichten auf das Blech gegossen, und jede Schicht backt von oben in der Hitze der Kohlen, die auf die Metallglocke Saç geschüttet werden. Ein Blech kostet zwei bis vier Stunden Arbeit am Feuer, deshalb gehört Fli vor allem zu Feiertagen, Festen und besonderen Gästen. Gegessen wird sie mit Joghurt, Käse oder eingelegtem Gemüse.
Kulaç: albanisches ungesäuertes Brot
Kulaç ist ein dichtes, rundes Brot der albanischen Küche, das ohne Sauerteig und Hefe angesetzt wird und deshalb nicht erst aufgehen muss. Dem Namen nach ist er ein Verwandter unseres tschechischen Koláč, eines runden süßen Kuchens. In der Not wurde er früher direkt in der Asche der Feuerstelle gebacken, und bei Hochzeitsbräuchen in Albanien und im Kosovo spielt er bis heute eine Rolle. Im Süden des Landes wird daraus das festliche Përshesh: zerbröckeltes Brot, das sich mit dem Bratensaft eines Truthahns vollsaugt.
Trileçe: milchgetränkter Biskuit mit Karamell
Trileçe wirkt wie ein uralter Balkanklassiker, dabei entstand es 2005 in der Bar Tajvan in Tirana, wo ein sizilianischer Koch übrig gebliebenen Biskuit mit Kondensmilch übergoss und mit Karamell bestrich. Das gekühlte, milchgetränkte Dessert verbreitete sich von Albanien über den Kosovo und Nordmazedonien auf dem ganzen Balkan und wurde in der Türkei zu einem der meistgesuchten Rezepte.
Speca të mbushura: gefüllte Paprika auf albanische Art
Speca të mbushura sind albanische gefüllte Paprika - meist mit einer Füllung aus Hackfleisch und Reis, aus dem Ofen oder aus dem Topf. In Albanien sind sie ein alltägliches Mittagessen zu Hause, und man bekommt sie auch in einfachen Lokalen, den Gjelltore. Dasselbe Gericht kennt dabei der ganze Balkan: Die Griechen nennen es Gemista, die Türken Biber dolması.
Paçe koke: albanische Kalbskopfsuppe
Paçe koke ist eine dicke albanische Suppe aus Kalbskopf: Das Fleisch kocht so lange, bis es sich von selbst von den Knochen löst, kommt in Würfeln zurück in die eingedickte Brühe, und kurz vor dem Servieren gibt ihr in Essig zerdrückter Knoblauch den letzten Pfiff. Sie ist die albanische Spielart einer gemeinsamen osmanisch-persischen Familie von Suppen aus Kopf und Füßen; in Albanien isst man sie vor allem morgens, in Lokalen namens Mëngjesore.
Tespixhe: der Sirupkuchen aus Shkodra
Der Teig für die Tespixhe wird zuerst im Topf auf dem Herd gebrüht und wandert erst danach in den Ofen; die gebackenen Rauten saugen sich anschließend mit Zuckersirup voll. Im alten Shkodra war die Tespixhe ein teures Hochzeitsdessert, heute verkaufen sie die Konditoreien im Norden Albaniens stückweise. Auch im Kosovo kennt man sie, dort wird sie unter den Namen tespishte und tezpişte gebacken.
Haxhimakulle: die in Sirup getränkte Süßspeise aus Shkodra
Haxhimakulle wird in Shkodra im Norden Albaniens gebacken: Kugeln aus Butterteig mit einer Mandel in der Mulde, die sich nach dem Backen mit heißem Zuckersirup vollsaugen. Anderswo in Albanien heißt sie Sheqerpare oder Sheqerbyrek, in der Türkei Şekerpare - der Name wechselt mit der Stadt und mit dem Land. Das Rezept wird in den Familien von Shkodra über Generationen weitergegeben und hat es aus den Hausküchen auch in die Konditoreien der Stadt geschafft.
Was aus Tschechien mitbringen?
Tschechien, mein Heimatland. Das Land des Bieres, der Becherovka, der Olmützer Quargel, der Kuroblaten und weiterer außergewöhnlicher kulinarischer Souvenirs wie Horschitzer Röhrchen oder Štramberker Ohren. Auch der mährische Sliwowitz und der Wein dürfen nicht fehlen. Und einzigartig ist, wie Mohn in der tschechischen Küche verwendet wird.