Tipps für Essen auf Reisen | Seite 38 von 62
Chinatown: günstig chinesisch essen in London
Die berühmteste Chinatown Europas ist zugleich eine der kleinsten: ein paar Straßen im Herzen des Londoner West End, Tore aus den achtziger Jahren und Girlanden roter Lampions. Aus den Docks in Limehouse zog sie nach und nach nach Soho um, ihren Namen verdankt sie der Tang-Dynastie, und neben gebratenen Enten und Dim Sum gibt es hier Buffets, an denen man essen kann, so viel man schafft.
Fudge: das Butterkaramell
Fudge wirkt wie der Inbegriff des Britischen: Würfel aus Butter und Zucker liegen in jedem Seebad und in jedem Londoner Souvenirladen. Erfunden haben es aber die Amerikaner, und die Briten haben es sich so gründlich angeeignet, dass es heute mit der Krone auf dem Deckel verkauft wird. Wie kam die nach dem Pfusch benannte Süßigkeit über den Ozean, und warum kommt in Cornwall Sahne dazu?
Ostri: würziges georgisches Rindergulasch
Ostri klingt nach dem slawischen "scharf", nur entfacht der erste Löffel kein Feuer. Das georgische Rindergulasch in dichter Tomatensauce mit Zwiebeln, Knoblauch und Koriander ist ein Alltagsgericht, das aus dem gekocht wird, was das Haus hergibt. Probiert habe ich es in Kutaissi, während nebenan eine Supra lief, und im Restaurant Mapshalia in Tiflis - jedes Mal anders, jedes Mal Ostri.
Supra: das georgische Festmahl
Ein Festmahl, bei dem du nicht trinken darfst, wann du willst. Die Supra ist das georgische Festmahl mit fester Ordnung: ein Tisch, auf dem alles gleichzeitig steht, und Trinksprüche in unveränderlicher Reihenfolge, über die der gewählte Wortführer Tamada wacht. Was bedeutet das Wort Supra? Warum heißt es fälschlich, das Festmahl stehe auf der UNESCO-Liste? Und wie trinkt man Wein aus einem Büffelhorn, das sich nicht abstellen lässt, solange es nicht leer ist?
Restaurant Mapshalia, Tiflis: Schlange stehen für georgische Klassiker
Vor einer unscheinbaren Tür an der Aghmaschenebeli-Straße in Tiflis bildet sich regelmäßig eine Schlange. Das Mapshalia ist ein günstiges, einfaches Lokal mit mingrelischer Küche, das Forbes Georgia zu den besten Restaurants der Stadt zählt. Ich habe mich dort nach und nach fast durch die ganze Karte gegessen, von Lobio bis Chatschapuri Megruli. Warum ich hierher öfter zurückkam als in jedes andere Lokal.
Schweizer Käse
Die Welt stellt sich Schweizer Käse mit Löchern vor, dabei hat die aus der ganzen Familie eigentlich nur der Emmentaler. Ein Streifzug durch neun Schweizer Käse: vom Gruyère, der den Emmentaler vom Exportthron gestoßen hat, über den Appenzeller mit der geheimen Kräutersulz und den Tilsiter, benannt nach einer untergegangenen Stadt, bis zum Sbrinz, der nicht geschnitten, sondern gebrochen wird.
Tête de Moine: der Schweizer Käse, der zu Rosetten geschabt wird
Tête de Moine ist ein halbharter Schweizer Käse aus roher Kuhmilch aus dem Juragebirge, der nicht geschnitten, sondern mit der Girolle zu dünnen Rosetten geschabt wird. Den Namen "Mönchskopf" bekam er erst zur Zeit der Französischen Revolution, die Girolle stammt aus dem Jahr 1982. Wie der Käse gemacht wird, warum er geschabt anders schmeckt als geschnitten und was eine Schachtel Rosetten im Supermarkt kostet.
Schoggiweggli: Basler Gebäck mit Schokolade
Ein Hefebrötchen mit Butter, gespickt mit großen Schokoladenstücken, das vor dem Backen oben eingeschnitten wird, damit man schon im Schaufenster sieht, was drinsteckt. Erfunden haben soll es 1975 der Basler Confiseur Anton Bachmann - auch wenn diese Jahreszahl allein von seiner eigenen Firma stammt. Was der Name bedeutet, warum in Deutschland ein ganz anderes Gebäck so heißt und was das Brötchen in Basel kostet.
Birnbrot: das Früchtebrot aus den Schweizer Bergen
Birnbrot ist ein Gebäck aus der Ostschweiz, bei dem der Teig nur eine dünne Hülle bildet; der Kern ist eine dichte Füllung aus gedörrten Birnen, Nüssen, Feigen und Gewürzen. Entstanden ist es in den Bergen, wo man teures Mehl mit Trockenobst streckte, und im Engadin bezahlt man damit am Stephanstag die Schlittenfahrt. Geschnitten wird es in dünne Scheiben zum Nachmittagskaffee; der kleine Bruder Birnweggen wird rund um Luzern gebacken.
Brezel: Laugengebäck
Die Brezel ist ein Laugengebäck aus Süddeutschland, das in der ganzen deutschsprachigen Welt heimisch geworden ist - in Österreich, im Elsass und in der Schweiz. Der Name geht auf das lateinische Wort für Arm zurück. Um die Brezel selbst gibt es mehr Legenden als Belege. Für die Zubereitung braucht es eine schwache Lauge.