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Tipps für Essen auf Reisen | Seite 51 von 62

Bulgarien

Staria Chinar: bulgarische Küche dort, wo die Einheimischen in Warna essen

In Warna bin ich zum Essen fast immer an denselben Ort gegangen - zur Kette Staria Chinar, benannt nach einer echten, hundert Jahre alten Platane über der ersten Filiale. Fünf Restaurants in der Stadt, ein Holzkohlegrill und die Filiale in der Tsaribrod-Straße, in der ich bei all meinen Besuchen keinen einzigen anderen Ausländer getroffen habe. Und ein Schweinesteak, eines der besten, die ich je gegessen habe.

Bulgarien

Schopska-Salat: bulgarischer Salat mit geriebenem Sirene

Der Schopska-Salat ist der bekannteste bulgarische Salat: klein gewürfelte Tomaten, Gurken, Paprika und Zwiebeln unter einer Schicht geriebenem salzigem Sirene, in den Farben der bulgarischen Flagge. Als traditionelles Gericht gilt er zu Unrecht - zusammengestellt haben ihn in den fünfziger Jahren die Köche des staatlichen Betriebs Balkantourist für die Touristen am Schwarzen Meer, und benannt ist er nach einer Berggegend, in der keine Tomaten wuchsen.

Bulgarien

Garash: bulgarische Torte aus Walnüssen und Schokolade

Garash ist eine bulgarische Schichttorte aus dünnen Böden aus gemahlenen Walnüssen, Eiweiß und Zucker, gefüllt mit einer Creme aus Sahne und Schokolade und überzogen mit glänzendem Schokoladenguss. Erfunden hat sie der Konditor Kosta Garash aus Österreich-Ungarn in einem Hotel in Russe, heute gibt es sie in jeder Konditorei des Landes und in Warna bietet sie auch die Konditorei Kramer an.

Bulgarien

Restaurant Rhomphaia: Mittagessen mit Fisch unter dem thrakischen Schwert in Baltschik

Rhomphaia ist ein Fischrestaurant an der Küste des bulgarischen Baltschik, benannt nach dem zweihändigen Schwert der thrakischen Infanterie. Statt Kriegsgeschichte kommen hier Klassiker vom Schwarzen Meer auf den Tisch: eine sämige Fisch-Chorba mit scharfer Sauce und Zitrone, dazu frittierte Popcheta. Ein Mittagessen mit Meerblick in einer Kleinstadt, die 27 Jahre lang rumänisch war.

Bulgarien

Lutenica: bulgarischer Aufstrich aus gerösteten Paprika und Tomaten

Lutenica ist eine dicke bulgarische Paste aus gerösteten Paprika und Tomaten, die im Restaurant ungefragt im Schälchen zum Fleisch kommt. Sie bringt vor allem Süße und Rauch auf den Teller. Bulgarien hält sie für ein Nationalgericht, Historiker können sie nicht datieren, und Brüssel kennt ihr Rezept aufs Prozent genau. Ich habe sie an verschiedenen Orten in Bulgarien zum Fleisch gegessen.

Bulgarien

Bulgarisches Bier: Kamenitza, Shumensko und die Craft-Brauereien

Die älteste bulgarische Brauerei haben zwei Schweizer von der Eisenbahn gegründet, und eines der bekanntesten Biere des Landes hat ein tschechischer Braumeister gebraut. Bulgarisches Bier ist vor allem helles Lagerbier von drei großen Marken in den Händen ausländischer Konzerne, daneben wächst aber seit zehn Jahren eine Szene kleiner Brauereien. Ich habe in Warna sechs davon auf einem Brett verkostet und einen Sieger gekürt.

Bulgarien

Pliska: der bulgarische Brandy, der den Namen der ersten Hauptstadt trägt

Pliska ist ein bulgarischer Weinbrand, der fünf Jahre in Eichenfässern reift; zu Hause nennt ihn jeder Konjak - auch wenn das Wort nicht aufs Etikett darf. Den Namen hat er von der ersten Hauptstadt des Bulgarischen Reiches, Karriere gemacht hat er in der Sowjetunion, und mit Rakija solltest du ihn nicht verwechseln. Getrunken habe ich ihn in Baltschik mit Blick aufs Schwarze Meer.

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Bierbar Key: das Schlüsselchen zum bulgarischen Bier in Warna

Die Bierbar Key, bulgarisch Ключето (wörtlich Schlüsselchen), zapft in Warna am Blauen Markt 26 Biere - von bulgarischen Kleinbrauereien bis Guinness und Starobrno. Wer in der Auswahl den Überblick verliert, bekommt ein Verkostungsset aus sechs kleinen Bieren, zu denen der Barmann die Namen dazuschreibt. Dazu hausgemachte scharfe Chips, eine Terrasse auf dem Gehweg und Katzen, von denen es in Warna über 23.000 gibt.

Bulgarien

Svinski ushi: gegrilltes Schweineohr zum bulgarischen Bier

Svinski ushi sind Schweineohren, die in Bulgarien zuerst weich gekocht, in Gewürzen gewendet und auf dem Grill knusprig gebraten werden. Serviert werden sie als heiße Meze zum Bier oder Wein, dazu Knoblauchsauce, Zwiebeln und Zitrone. Das Gericht ist ein Klassiker in ganz Bulgarien, als seine Hochburg gilt aber Stara Sagora, wo es ein eigenes Fest und den Spitznamen Kalmare aus Stara Sagora hat.

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Bulgarischer Wein: die einheimischen Rebsorten Mavrud, Melnik und Gamza

Bulgarien war einst ein großer Weinexporteur, bei uns in Tschechien ist davon nur das Bärenblut geblieben. Der heutige bulgarische Wein lebt von den einheimischen Rebsorten: dem tanninreichen Mavrud aus der Umgebung von Plowdiw, dem aromatischen Melnik aus dem Struma-Tal und der leichten Gamza von der Donau. Was daran wirklich bulgarisch ist, warum die Bulgaren selbst eher Rakija trinken und wie drei Flaschen von Todoroff, den Minkows und Katarzyna geschmeckt haben.