Tipps für Essen auf Reisen | Seite 6 von 62
Kasa brinj: kurdischer Reis mit Hähnchenfleisch
Kasa brinj ist ein traditionelles Gericht aus dem irakischen Kurdistan. Es besteht aus gedünstetem Reis mit fein gezupftem, gekochtem Hähnchenfleisch. Das Huhn wird dafür nicht gebraten, sondern langsam im Wasser gegart, bis es ganz weich ist. Danach löst man das Fleisch mit den Händen von Knochen und Haut und zupft es in kleinere Stücke, sodass auf dem Teller nur das pure Fleisch landet. Zum Gericht gehört immer eine Schale mit Soße. Meistens bekommst du dazu ein Tomatenragout mit weißen Bohnen oder Okra.
Bagilla: gekochte Ackerbohnen aus dem Irak
Bagilla ist irakisches Street Food aus langsam gegarten Ackerbohnen, die traditionell unter einer dicken Schicht säuerlichem Sumach serviert werden. Für die Spezialität, deren Wurzeln bis ins alte Mesopotamien reichen, köcheln getrocknete Hülsenfrüchte stundenlang in riesigen Kesseln direkt auf den Straßen der Städte. Die irakische Version ist genial einfach und lässt den puren Geschmack von Bohnen und Sumach ganz für sich sprechen.
Kubba: irakische Spezialität aus Bulgur und Hackfleisch
Kubba ist ein frittierter irakischer Street-Food-Klassiker: Hackfleisch, eingehüllt in einen knusprigen Bulgurteig. Entstanden ist das Gericht in der Levante - als cleverer Trick, um kostbares Fleisch zu strecken. Im Irak begegnen dir zwei Hauptformen. Die traditionelle Version erinnert an eine spitze Kugel, die Spezialität Kubba Mosul dagegen an einen dünnen Fladen. Der wird nach dem Frittieren meist wie eine Pizza in Stücke geschnitten.
Znoud el sit: irakisches Nationaldessert
Znoud el sit ist ein traditionelles levantinisches Dessert. Es ist ein frittiertes Röllchen aus hauchdünnem Filoteig, gefüllt mit einer reichhaltigen Milchcreme namens Ashta. Besonders beliebt ist die Süßigkeit im Irak, wo sie als Nationaldessert gilt.
Iskan: das Street-Food-Herz des nächtlichen Erbil
Iskan ist die legendäre Street-Food-Straße im Herzen des kurdischen Erbil. Dieser wilde Korridor erwacht vor allem nach Sonnenuntergang zum Leben; die Einheimischen flüchten hier vor der Tageshitze und genießen die lebhafte Atmosphäre bis zum Morgengrauen. Besucher finden hier Dutzende Stände mit gegrilltem Fleisch, Kebab und traditionellem starkem Tee. Die nächtliche Iskan ist das wahre gastronomische Herz der Stadt.
Yassin Kebab: der beste kurdische Kebab in Erbil
Yassin Kebab ist ein legendäres Kebab-Restaurant im kurdischen Erbil, wahrscheinlich das beste der Stadt. Du findest es in den authentischen Gassen des Basars unterhalb der alten Zitadelle. Die Köche hier grillen den Kebab frisch über Holzkohle, direkt vor deinen Augen.
Mam Khalil: das legendäre Teehaus im Herzen von Erbil
Die Chaykhana Mam Khalil ist ein legendäres Teehaus, versteckt im Labyrinth des alten Qaysari-Basars im irakischen Erbil. Wände und Decke sind über und über mit tausenden gerahmten Fotos von Gästen bedeckt. Du findest darauf Politiker, Dichter und ganz normale Stammgäste. Gegründet hat das Teehaus 1952 Mam Khalil, heute führt sein Sohn die Familientradition weiter.
Pacha: irakische Brühe mit Fleischstücken und Innereien, stundenlang gezogen
Pacha ist ein traditionelles irakisches Gericht: eine kräftige, langsam gezogene Brühe mit Fleischstücken, gefüllten Därmen und Mägen. Dahinter steht die Philosophie, das ganze Tier zu verwerten. Grundlage sind sorgfältig geputztes Lamm- oder Rindfleisch und Innereien, die mit gewürztem Reis gefüllt werden. Alles kocht viele Stunden, bis es vollkommen weich ist. Als Hochburg dieser Spezialität gilt Mossul.
Tashreeb: irakisches Brot mit Fleisch in kräftiger Soße
Tashreeb ist ein traditionelles irakisches Gericht: zerrupftes Brot mit langsam geschmortem Lamm- oder Hühnerfleisch, übergossen mit kräftiger Brühe. Entstanden ist das Rezept aus der Not, hart gewordenes Brot noch zu verwerten. Ohne einen Teller mit frischem Gemüse und Kräutern kommt Tashreeb nicht aus.
Irakischer Tee
Irakischer Tee ist ein zentrales Element des gesellschaftlichen Lebens im Irak und ein tägliches Ritual, das die Menschen von früh bis spät begleitet. Durchgesetzt hat er sich allerdings erst im 19. Jahrhundert, dank des britischen Handels mit Indien und Sri Lanka. Sein besonderes Aroma verdankt er dem zugesetzten Kardamom, den Geschmack prägt eine extreme Menge Zucker.